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01 juillet 2007

Texte de Gilles Moraton - D

                                                                                                           woran denkst du ?

Woran denkst Du, wenn Du sie hältst, sag?

Sag, woran denkst Du?

Es gibt zwischen Dir und dem anderen in diesem Moment, wenn Du ihn hältst, diesen winzigen Bruchteil Zeit, der die Ewigkeit enthalten könnte, wenn der andere es wüsste.

Dieser winzige Bruchteil Zeit zwischen dem Moment in Deinem Visier, wo sich das Kreuz mit dem Kopf überschneidet, und dem Moment, wo Du abdrückst.  Alle Dinge der Welt in diesem Augenblick, das ganze Gedächtnis der Welt  - so wie ein Sandkorn Galaxien enthalten kann. Wenn man hier nur etwas guten Willen einsetzt, das gesamte Gedächtnis der Welt.

Wenn man hier nur etwas guten Willen einsetzt, die Straßen der Kindheit und die flüchtigen Liebschaften, die Eidechsen unter den Steinen und ein Sandgarten, die durchschrittenen Städte und die nächtlichen Wachen, die Mädchenkleider und die Gläser Wein, die Hunde, die Traktoren, die Verletzungen, Don Quichotte, die Abfahrten, der Vater, die Leute, die fallen, ringsumher die vergossenen Tränen, die Angriffe, die Tiefschläge, die anderen Orte, die anderen, das Leben umsonst.

Oder kann es ein einziges Bild sein und das dauerhaft bleibt, schwarze Haare auf einer Wange.

An nichts, selbstverständlich. Du denkst an nichts. In diesem Moment denkst Du an nichts, denn würdest Du in diesem Moment anfangen zu denken, bestünde die Gefahr, dass der winzige Bruchteil Zeit andauert und Deine Hand zu zittern beginnt. 

Nein, das sind nicht die wirklichen Gründe, Du denkst an nichts, weil denken  in diesem Moment, wie soll man sagen, über Deine Kräfte ginge, genau, über Deine Kräfte. Das ist dumm, aber es ist so, Du bist in einem Räderwerk gefangen, das Dich überfordert und über das Du niemals nachdenkst, denn denken heißt zweifeln und zweifeln heißt versagen. Du bist dazu gemacht, sagst Du, Du bist so gemacht – oh, oh gemacht – nach einem Verfahren, das zu komplex wäre, um es hier detailliert darzulegen, und das uns darüber hinaus nichts angeht, jeder hat Anspruch auf seine Intimsphäre, schlicht das Ergebnis ist da und die Köpfe explodieren. Dennoch warst Du mal klein, ein Kind sogar.

Wie wird aus einem Kind ein Mann wie Du?

Wenn Du einem Kinde begegnest, kommt es dann vor, dass Du denkst, es könnte ein Mann wie Du werden?

Weißt Du, dass Du suchen und immer wieder suchen könntest bis in die verborgensten Ecken Deines Kopfes, suchen bis zum Ende Deines Lebens, ohne eine Rechtfertigung dafür zu finden ?

Sag, weißt Du das?

Ja, Du weißt es, es gibt nur einen Platz, sagst Du, einen Platz für jeden. Der meine, sagst Du noch, ist der dort, kein anderer, dieser Platz, dieser Platz war für mich, reserviert, nicht dran rühren, es gibt keinen Zufall, ich bin es, die Dinge werden uns aufgezwungen, und dieser Platz, dieser da, den ich einnehme und der bewirkt, dass die Köpfe explodieren, ich wurde zu ihm hingeführt, jeden Augenblick, jede Stunde, jeden Tag, jedes Jahr, hierfür gemacht und ausgestattet, und auch die Dinge, die anderen, die Geschichte der anderen, das Leben der anderen, ihre Augenblicke und ihre Stunden, seit langem, die Augenblicke und Stunden, alles trägt dazu bei, dass die Dinge dahin gelangen, ich auf diesen Platz, Wasser in einen betonierten Kanal, kein Entrinnen, so war es nun mal, oder die Neuwagen waschen auf dem Bahnsteig, ohne sich einen Neuwagen leisten zu können, sagst Du zum Schluss.

Aber dass das Wasser des Kanals überfließen könnte, das nicht, nicht bei Dich.

Du, den Kopf frei, die Ellenbogen fest aufgestützt, letzter Schrei der Technik, absolute Stille, den Atem angehalten, die Visierlinie, das Kreuz, Dein Finger und die Kugel, die dort herausschnellt.

Winziger Bruchteil Zeit, noch, aber er, er duldet keine mögliche Rückblende. Und wenn der andere dort wüsste, das Meer im Winter, die Beschaffenheit einer Haut, den Wind auf der

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